San Lorenzo

Paten für Kin­der in Esme­ral­das / San Loren­zo e.V.

Mönch­str. 43Tel: 05201–9892
33790 Hal­le (Westf.)(auch Anruf­be­ant­wor­ter)
 
E‑Mail: paten-fuer-kinder@web.deWei­te­re Infor­ma­tio­nen auf Sli­desha­re.
 
IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85BIC: WELADED1HAW
Kreis­spar­kas­se Halle

Der Ver­ein ist gemein­nüt­zig und stellt auf Ver­la­gen selbst­ver­ständ­lich Spen­den­quit­tun­gen aus.

Wo ist San Lorenzo?

San Loren­zo liegt im Nord­wes­ten Ecua­dors. Es ist die letz­te gro­ße Stadt vor der Gren­ze mit Kolum­bi­en. Kommt man aus dem Hoch­land der Anden, so begann die Stadt ein­mal dort, wo der Regen­wald auf­hör­te. Inzwi­schen ist ein gro­ßer Teil des Wal­des den sich ste­tig ver­meh­ren­den Ölpalm­plan­ta­gen gewi­chen. Auf der ande­ren Sei­te wird San Loren­zo begrenzt durch die Man­gro­ven­wäl­der am Meer.

Ende 2001 wur­de die befes­tig­te Stra­ße fer­tig gestellt, so dass man mit dem täg­lich fah­ren­den Bus von Qui­to nur noch 6 Stun­den bis San Loren­zo braucht.

In der Küs­ten­pro­vinz Esme­ral­das, der San Loren­zo ange­hört, herrscht ganz­jäh­rig feucht­hei­ßes Kli­ma. Die Haupt­re­gen­zeit liegt zwi­schen Dezem­ber und April.

Die Stadt San Loren­zo hat ca. 40.000 Ein­woh­ner, über­wie­gend schwar­ze Bevöl­ke­rung, Nach­fah­ren afri­ka­ni­scher Sklaven.

Ecoclub - Cabaña - 2012.09 - Glückliche KinderNur weni­ge Ein­hei­mi­sche ver­fü­gen über ein regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men oder gar eine Sozialversicherung.

Arbeit gibt es vor allem in Läden und an den Essens­stän­den der Stadt sowie auf dem Markt.

Die Holz­ver­ar­bei­tung in den Ölpalm­plan­ta­gen, den „Pal­me­ras“, und der Holz­ver­trieb sind wei­te­re Ein­kom­mens­quel­len. Der arme Teil der Bevöl­ke­rung sucht Ver­diens­te haupt­säch­lich im Fisch- und Muschel­fang, beim Wäsche­wa­schen oder als Tagelöhner.

Die Lebens­mit­tel­kos­ten in San Loren­zo sind auf­fal­lend hoch, weil die Pro­duk­te zum größ­ten Teil aus dem Hoch­land gelie­fert wer­den. Zudem bekla­gen die Ein­hei­mi­schen, dass die Prei­se seit der Ein­füh­rung des Dol­lars im März 2000 unver­hält­nis­mä­ßig ange­gli­chen wurden.

Obwohl Ecua­dor reich an Obst und Gemü­se ist und die­ses auch expor­tiert, gibt es Unter- oder Fehl­ernäh­rung bei eini­gen Kin­dern in San Lorenzo.

Neben feh­len­den Vit­ami­nen stellt der Befall von Para­si­ten ein gro­ßes Pro­blem dar, man erkennt ihn an den auf­ge­quol­le­nen Bäu­chen der Kinder.

Er wird ver­ur­sacht durch man­geln­de Hygie­ne, schlech­te Was­ser­qua­li­tät und Flie­gen, die ihre Eier auf dem Essen able­gen. Die Kin­der wer­den dadurch schlapp und lethar­gisch und kön­nen sich schlecht konzentrieren.

Die Klei­dung der Kin­der ist oft man­gel­haft. Das ist mit ein Grund dafür, dass in den Schu­len eine Uni­form getra­gen wer­den muss, damit alle Kin­der voll­stän­dig geklei­det in der Schu­le erscheinen.

Ecoclub - Cabaña - 2012.09 - KreativitätVie­le Kin­der im schul­fä­hi­gen Alter gehen in San Loren­zo nicht zur Schu­le, obwohl offi­zi­ell eine Schul­pflicht besteht. Die Ursa­che sind man­geln­de finan­zi­el­le Mit­tel der Eltern.

Stei­gen­de Aus­ga­ben für Bücher, Hef­te und Uni­for­men in den höhe­ren Schul­jah­ren been­den die Schul­bil­dung von Kin­dern und Jugend­li­chen oft vor­zei­tig. Das Schul­jahr beginnt in San Loren­zo übli­cher­wei­se Anfang Mai.

Das Strom­netz in San Loren­zo ist nach wie vor schlecht aus­ge­baut und insta­bil. Es kommt häu­fig zu Strom­aus­fäl­len in der gesam­ten Stadt oder in ein­zel­nen Stadt­tei­len, manch­mal für meh­re­re Stun­den oder sogar Tage. Dies führt auf­grund des Kli­mas beson­ders zu Schwie­rig­kei­ten bei der Auf­be­wah­rung ver­gäng­li­cher Lebensmittel.

In der Stadt hat vor allem die arme Bevöl­ke­rung sowie die Men­schen in den Rand­ge­bie­ten so gut wie kei­nen Zugang zu flie­ßen­dem oder gar Trink­was­ser. Zwar wur­de im Rah­men eines gro­ßen Pro­jek­tes ein Sys­tem mit Elek­tropum­pen ange­legt, die Was­ser aus unter­ir­di­schen Flüs­sen in Häu­ser mit vor­han­de­nem Was­ser­an­schluss lei­ten. Die­se Instal­la­ti­on funk­tio­nier­te aller­dings nur für kur­ze Zeit, da der Was­ser­pe­gel auf­grund der mas­si­ven Abhol­zun­gen des Regen­wal­des zu sehr gesun­ken ist. Die meis­ten Men­schen sind und blei­ben vom Regen­was­ser abhän­gig. Ein Abwas­ser­sys­tem gibt es bis­her nur in gerin­gem Umfang.

Die Pro­vinz San Loren­zo ist eines der am schwers­ten von Mala­ria und Hepa­ti­tis betrof­fe­nen Gebie­te Süd­ame­ri­kas. Neben Mala­ria kommt es auch zu Fäl­len von Den­gue-Fie­ber und ande­ren Krank­hei­ten wie Diar­rhö, Anämie und sehr ver­ein­zelt Cholera.

Schlecht aus­ge­bil­de­te Ärz­te und nicht vor­han­de­ne finan­zi­el­le Mit­tel las­sen auch gering­fü­gi­ge­re Krank­hei­ten häu­fig gefähr­lich wer­den. Vie­le Müt­ter oder Kin­der ster­ben bei der Geburt. Todes­ur­sa­chen wie eine Blind­darm­ent­zün­dung sind lei­der nach wie vor kei­ne Sel­ten­heit. Die Lebens­er­war­tung in San Loren­zo und den umlie­gen­den Dör­fern liegt unter dem Landesdurchschnitt.

Ecoclub - Cabaña - 2012 - Gemeinsames LernenDas Kran­ken­haus ist nicht mit euro­päi­schen Maß­stä­ben zu mes­sen. Die Behand­lung beruht auf Not­fall­ver­sor­gung / ers­ter Hil­fe und der Gene­sung. Der Auf­ent­halt ist kos­ten­frei, die Medi­ka­men­te jedoch müs­sen bezahlt werden.

Die wohl­ha­ben­de­ren Men­schen woh­nen in der Nähe des Stadt­zen­trums in Stein­häu­sern. Der Groß­teil der Men­schen jedoch lebt in Holz­häu­sern. Auf­grund der hohen Luft­feuch­tig­keit ver­rot­tet das unbe­han­del­te Holz schnell. Vie­le der ärme­ren Men­schen müs­sen die maro­den Stel­len mit Pap­pe abde­cken. Ver­ros­te­te / kaput­te Well­blech­dä­cher sor­gen zudem dafür, dass auch die erhöh­ten Böden schnell morsch werden.

Die Grenz­re­gio­nen Ecua­dors zu Kolum­bi­en sind im gan­zen Land als gefähr­lich ein­zu­stu­fen. Das Aus­wär­ti­ge Amt rät auf­grund der hohen Kri­mi­na­li­tät von Rei­sen dort­hin ab.

Was machen wir?

Wir ver­mit­teln Aus­bil­dungs­pa­ten­schaf­ten. Die Über­nah­me einer Paten­schaft bedeu­tet eine kon­ti­nu­ier­li­che För­de­rung Ihres Paten­kin­des, so dass die Situa­ti­on des Kin­des dau­er­haft ver­bes­sert wer­den kann. Dabei ermög­licht Ihre Spen­de dem Kind, die staat­li­che Schu­le zu besuchen.

Für die Paten­kin­der beschränkt sich die Aus­bil­dung aber nicht nur auf den Schulbesuch.

Ecoclub - Cabaña - 2012.11Im Jahr 2012 wur­de unse­re eige­ne Caba­ña fer­tig­ge­stellt, ein offe­nes Haus mit gro­ßem Auf­ent­halts­be­reich und einem umge­bau­ten See­con­tai­ner als Küche. 3 x pro Woche tref­fen sich die Kin­der und Jugend­li­chen hier für ein paar Stun­den zum EcoClub, wo sie an The­men wie Umwelt, Gesund­heit, Hygie­ne, Arten­schutz, Müll etc. her­an­ge­führt werden.

Damit befä­hi­gen wir sie, die in ihrem Umfeld bestehen­den und zukünf­ti­gen Pro­ble­me zu ana­ly­sie­ren und Ver­bes­se­run­gen zu fin­den. Die Betreu­er vor Ort gehen dabei in klei­nen kind­ge­rech­ten Schrit­ten vor.In Grup­pen wird z.B. erar­bei­tet, was Umwelt für jeden Ein­zel­nen bedeu­tet, war­um man neben Reis auch Obst und Fisch essen soll­te oder wie­so es wich­tig ist, sich vor dem Essen die Hän­de zu waschen.

Außer­dem wird ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm ange­bo­ten: Spie­le, Musik, Aus­flü­ge, Hand­pup­pen­spie­le / Thea­ter, Kunst und Handwerk.

Ecoclub - Cabaña - 2012 - Gemeinsames MittagessenIn der Caba­ña wird auch das gemein­sa­me Mit­tag­essen ein­ge­nom­men. Der Nut­zen ist zwei­fach: Das Zusam­men­sein im EcoClub ermög­licht den Kin­dern ein paar Stun­den glück­li­che Kind­heit. Durch ihre Aus­bil­dung haben die Kin­der die Chan­ce, spä­ter nicht mehr in Armut leben zu müssen.

Per­sön­li­cher Kon­takt ist erwünscht.

Brie­fe stär­ken nicht nur die Lern­mo­ti­va­ti­on der Kin­der, son­dern för­dern auch das Ver­ständ­nis für die so ver­schie­de­ne Welt des ande­ren, erwei­tern Hori­zon­te und unter­strei­chen den direk­ten Cha­rak­ter des Projektes.

Die Brie­fe der Paten wer­den von mir gesam­melt, bei Bedarf über­setzt und als Sam­mel­brief ver­schickt. Dabei haben wir gelernt, dass es für die Kin­der sehr wich­tig ist, dass wir als Paten­grup­pe auf­tre­ten, um nicht Neid und Miss­gunst unter den Kin­dern auf­kom­men zu las­sen, weil einer mehr Post und Zuwen­dung bekommt als der andere.

Wie sind wir organisiert?

Der Ver­ein ‘Paten für Kin­der in Esme­ral­das / San Loren­zo e.V.’ ist seit dem 4. Juli 1996 beim Amts­ge­richt Hal­le ein­ge­tra­gen. Die Idee ent­stand im Janu­ar 1996 und schon im März 1996 konn­ten die ers­ten 9 Kin­der von den Spen­den der Paten zur Schu­le gehen. Für das Schul­jahr 2012 waren es 45 Kin­der, die deut­sche Paten haben.

Das Finanz­amt Bie­le­feld hat den Ver­ein als aus­schließ­lich und unmit­tel­bar gemein­nüt­zig aner­kannt und somit sind alle Spen­den steu­er­lich abzugsfähig.

Wie ver­wen­den wir Ihre Spenden?

Eine Paten­schaft kos­tet im Monat 38,- EURO. Vom gesam­ten Spen­den­auf­kom­men (in 2012 Euro 29.058,84) ver­blei­ben in Deutsch­land nur ca. 180,- EURO pro Jahr für Bank­ge­büh­ren und Por­to. Das ist unter 1%! Alles Ande­re wird auf das Bank­kon­to des ein­ge­tra­ge­nen und eben­falls als gemein­nüt­zig aner­kann­ten Ver­eins ECOMINGA in Ecua­dor über­wie­sen, mit dem unser Pro­jekt seit 2006 zusammenarbeitet.

Die größ­ten Ein­zel­pos­ten vor Ort sind Kos­ten für das Mit­tag­essen, Uni­for­men und Schu­lu­ten­si­li­en für die staat­li­che Schu­le, Kos­ten für das Nach­mit­tags­pro­gramm und Gehäl­ter für unse­re Mitarbeiterinnen.

Ecoclub - Cabaña - 2012 - RückseiteBis 2003 haben auch die Mit­ar­bei­ter in San Loren­zo ehren­amt­lich gear­bei­tet und nur Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen erhal­ten. Dau­er­haft kann sich das aber dort nie­mand leis­ten. Um ein Pro­jekt die­ser Grö­ße pro­fes­sio­nell zu füh­ren und Moti­va­ti­on und Kom­pe­tenz der Mit­ar­bei­ter zu stei­gern, war es not­wen­dig, sie als geschul­tes Per­so­nal ein­zu­stel­len und die Aus­bil­dung ein­hei­mi­scher Leu­te vor Ort voranzutreiben.

Wer kei­ne Paten­schaft über­neh­men möch­te, kann trotz­dem hel­fen! Ein­zel­spen­den sind herz­lich will­kom­men und zur Fort­füh­rung unse­rer Arbeit unbe­dingt not­wen­dig. Wenn z.B. der Gas­herd kaputt geht (wie in 2003) oder unse­re lang­jäh­rig genutz­te gemie­te­te Caba­ña ver­kauft wird und wir durch Son­der­spen­den die ein­zig­ar­ti­ge Chan­ce bekom­men, unse­re eige­ne Caba­ña zu bau­en (wie in 2011), kön­nen die­se Auf­wen­dun­gen nicht durch die monat­li­chen Spen­den gedeckt wer­den. Auch die jähr­li­che Weih­nachts­ak­ti­on – mal gibt es Waren­kör­be für die Fami­li­en oder eine Fei­er – erfolgt aus Extraspen­den. Der 2004 ein­ge­rich­te­te Gesund­heits­fond wird eben­falls durch Son­der­spen­den gespeist.

Für mehr Infor­ma­tio­nen ste­hen wir ger­ne jeder­zeit Rede und Antwort!

Die Ver­eins­sat­zung kopie­ren wir auf Anfra­ge natür­lich auch!

Mari­on Wee­ke (Vor­sit­zen­de)